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Montag, Oktober 10, 2005, 02:33
Jau,
Habe hier gestern die allwoechtentliche Kochtradition aus dem Lurchbau eingefuehrt. Um die Leute hier nicht gleich ganz abzuschrecken haben wir statt bayerischen Essen erstmal mit internationalem angefangen. Also hat jeder Essen aus seinem Land gemacht. Nur die Amerikaner durften nicht mitmachen. Burger und Hotdogs haben wir ja schliesslich immer Montags zum Football. OK, Steaks haben sie auch noch. Aber in Zeiten von Chicken Flu weiss man ja nicht so recht welche Tiere man noch essen kann. Ich hab meinen urdeutschen Salat mit Huehnerbruststreifen gemacht, die Israel Fraktion Risotto, Frankreich ging mit Quiche Lorraine und Obstsalat (a.k.a. salade de fruits) ins Rennen, Deutschland II mit Kartoffeln (was sonst?), China hat Cola und Bulgarien Hunger mitgebracht. Mit Auswechselspielern waren wir 12 Leute.
(Jing (a.k.a. Jing Tonic), Jeanne, Diana, Karin (a.k.a. Shtaim) and sexiest-chef-alive Julien)
(Italien. Oder Ungarn?Oder Irland, schon etwas abgestanden?)
Julien (a.k.a Mr. lover lover) und ich habens geschafft, fuer das Kochen den hoechsten Frauenanteil, der jemals auf einer Siemens Intern Party gemessen wurde, zu erreichen. Ist ja schon relativ informatiklastig hier, was nicht unbedingt fuer eine hohe Frauenquote sorgt.
(wie zu Hause bei den Luerchen)
(ein paar Gallonen Wein spaeter)
Haben hier jetzt mittlerweile auch einen Intern aus Irland. Ist schon eine lustige Sprache. Aber das beste ist, dass die Amis die auch nicht verstehen.MIt der Sprache ists eh so eine Sache hier. Ich dachte immer es liegt an meinem Englisch wenn ich Amis nach etwas frage und denke dass ich es richtig ausspreche, aber kein Mensch mich versteht. Das ist erst letzte Woche wieder in NYC passiert. Wir wollten nach dem naechsten New Jersey Vorort Zug fragen, der hier Path heisst. Also sind wir zu einem Durschnittsnewyorker hin und fragen wo die naechste Path station ist. "What?" , "You know, train, New Jersey, Path...?". Immer noch kein Plan. Dann ist mir eingefallen was ein Ire zu mir in Boston gesagt hat: Die Amis verstehen das Wort einfach nicht wenn es zu british ausgesprochen ist, auch wenn vom Kontext her klar sein muesste was gemeint ist. Also habe ich nach "Päääth" gefragt. Dann ist ihm ein Licht aufgegangen und er wusste was los war. Unglaublich.
Mittlerweile gibts hier mehr Willkommens- als Abschiedsparties. Als ich hier angekommen bin, war fast jeden Tag eine Abschiedsparty, was dann natuerlich heisst das alle Leute die man gerade kennengelernt hat wieder fahren. Das ist mittlerweile OK. Aber an sich sind diese Abschiedsparties, meist dinners, ganz lustig.
(die ganze Bande auf einem Abschiedsdinner)
Ansonsten sind hier gerade alle dabei sich langsam auf den Winter einzustellen. Davor kommt noch der Indian Summer. Aber kein Mensch weiss wirklich was das ist. EIn paar sagen, es ist einfach eine etwa zweiwoechige Phase im Herbst mit warmen und schoenem Wetter, andere sagen der Herbst generell wird hier so genannt. Dann gibts noch die Version, dass es das ganze nur in Kanada oben gibt,.... Es gibt sogar Webseiten, wo Tagesaktuell zu sehen ist, wie sich die Blaetter wo schon verfaerbt haben. Werde das glaube demnaechst mal auschecken. Sofia kommt morgen, und dann schaun wir mal wo uns die Blaetterfarbveraenderungs-Webseite so hinfuehrt.
Dann war da noch mein erster Kontakt zu meinem Supervisor seit dem ich hier bin. Natuerlich nicht vis-a-vis, sonst haette ich ja gleich gesehen dass er in Wahrheit Zorro ist, und sich deshalb noch nicht gezeigt hat. Aber immerhin eine Email mit der Aufforderung morgen frueh an so einem Workshop an der Uni Princeton teilzunehmen. Mal schaun wie das wird. Hab meine Turnschuhe schon geputzt und mein Kuala-Lumpur Polo Shirt gewaschen. Mehr geht nicht, hab vergessen einen meiner unzaehligen Gucci Anzuege mitzubringen. Aber ich glaube das ist schon OK mit Turnschuhen. Auch wenns die Ostkueste ist, ist es immer noch Amerika!
Was ich unbedingt empfehlen kann hier, ist mal an einem Wochenendtag zu einer grossen Shopping Mal zu fahren. Man braucht nicht mal reingehen. Der groesste Spass ist der Parkplatz. Ich war heute bei Walmart und hab mir ein King Size Comforter (a.k.a. Winterdecke) gekauft. Wenn man bei der Anfahrt schon in die Naehe des Walmart kommt, spuert man schon die Hektik der Leute. Anscheinend ist es die Lieblingbeschaeftigung der Amis, das Auto mit Hunden und Kindern vollzumachen und zum shoppen zu gehen. Aber irgenwie sind die so hektisch, dass man Angst um sein Auto haben muss. Vielleicht liegts daran, dass am Wochenende immer Football ist, und der Vater wieder schnell nach Hause oder zumindest in den Laden will, wo es natuerlich auch Football gibt. Ich habe mir das ganze heute mit klassischen Musikuntermalung und einer eiskalten Coke aus meinem Auto angeschaut. Links und rechts wurden irgendwelche Matrazen und Kinder ueber die Strasse geschleift, das alles noch mit Candy in der einen und einer Diet Coke in der anderen Hand. Und dann geht der Kampf um die Parkluecke, die am naechsten zum Eingang ist los. Man wartet schon gerne mal 5 Minuten im Auto, nur um dafuer so einen Parkplatz zu bekommen, obwohl 50 Meter weiter etliche frei waeren. Normalerweise sind die Amis sehr freundlich beim fahren, und lassen einen immer in die Luecken bei Ampeln oder beim Abbiegen. Aber das alles aendert sich wenn es Wochenende ist. Moechte mal eine Mordstatistik nahe Walmaerten (ich nehme mal an das ist der Plural vor Walmart :-) ) an Wochenenden sehen!
Flx
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